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Wie gehe ich als Führungskraft mit hohen Fehlzeiten um?

Hohe Fehlzeiten sind für Führungskräfte eine Herausforderung – nicht nur, weil sie Planung und Produktivität erschweren, sondern auch, weil sie Hinweise auf tieferliegende Ursachen geben können. Mitarbeitende, die häufig fehlen, senden Signale: Überlastung, Konflikte, fehlende Bindung oder private Belastungen.

Die entscheidende Frage lautet: Wie reagiert man richtig – klar, professionell und ohne Misstrauen aufzubauen?

Dieser Leitfaden zeigt, wie Führungskräfte empathisch, lösungsorientiert und gleichzeitig verantwortungsvoll handeln – und wie eine gute Gesprächs- und Führungskultur Fehlzeiten langfristig reduziert.

Fehlzeiten als Führungsthema verstehen

Fehlzeiten sind kein persönliches Versagen. Sie sind ein Spiegel für Arbeitsbedingungen, Teamklima und Führungskultur.
Bevor man über Zahlen spricht, ist eines wichtig: Krankheit gehört zum Arbeitsleben.

Entscheidend ist nicht, dass jemand fehlt – sondern wie das Unternehmen und die Führungskraft damit umgehen.

Führungskräfte haben hier eine Schlüsselrolle: Sie schaffen Rahmenbedingungen, die Gesundheit fördern, Belastung früh sichtbar machen und Transparenz ermöglichen – ohne jemanden unter Druck zu setzen.

Praxis-Tipp:


Stellen Sie sich regelmäßig die Frage:
👉 „Wie geht es meinem Team gerade?“
nicht
👉 „Warum fehlt jemand so oft?“

Dieser Perspektivwechsel verändert Kultur – weg von Kontrolle, hin zu Fürsorge und Verantwortung.

Vertrauen als Grundlage – nicht Kontrolle

Wenn Fehlzeiten steigen, entsteht schnell der Impuls, „genauer hinzuschauen“. Doch reine Kontrolle erzeugt Distanz – und zerstört das wichtigste Fundament guter Zusammenarbeit: Vertrauen.

Ein Verdacht auf Krankfeiern ist selten belegbar und fast immer kontraproduktiv. Mitarbeitende spüren, wenn Nachfragen misstrauisch gemeint sind. Das Ergebnis: Rückzug, Unsicherheit und Frustration.

Gespräch statt Gerücht

Der richtige Weg ist immer: das direkte Gespräch, wertschätzend und ohne Vorwürfe.

Beispiel für einen Einstieg:

„Mir ist aufgefallen, dass Sie in letzter Zeit häufiger gefehlt haben. Wie geht es Ihnen aktuell?“

So entsteht ein Raum, in dem Ursachen angesprochen werden können – ob Überlastung, familiäre Probleme oder gesundheitliche Einschränkungen.

Fehlzeiten im Mitarbeitergespräch ansprechen

Das Mitarbeitergespräch ist das wichtigste Werkzeug, um Fehlzeiten zu verstehen und Veränderungen einzuleiten.
Es geht nicht um Rechtfertigungen, sondern um Klarheit, Vertrauen und gemeinsame Lösungen.

So bereiten Sie das Gespräch vor

  • Genügend Zeit einplanen und eine ruhige Atmosphäre schaffen.
  • Nur beobachtbare Fakten ansprechen – keine Interpretationen.
  • Keine Vergleiche mit anderen Mitarbeitenden.

Gesprächsleitfaden für Führungskräfte (4 Schritte)

  1. Beobachtung formulieren:
    „Mir ist aufgefallen, dass Sie in den letzten Monaten häufiger gefehlt haben.“
  2. Wirkung beschreiben:
    „Das bedeutet zusätzliche Belastung für das Team.“
  3. Interesse zeigen:
    „Wie geht es Ihnen damit?“
  4. Lösung suchen:
    „Was können wir gemeinsam tun, um die Situation zu verbessern?“

Häufige Fehler vermeiden

  • Keine medizinischen Fragen stellen.
  • Keine Mutmaßungen oder Unterstellungen.
  • Kein moralischer Tonfall („Sie sind ja oft krank …“).

Überlastung im Team erkennen und vorbeugen

Wenn einzelne häufiger ausfallen, steigt automatisch die Belastung der übrigen Teammitglieder.
Das Risiko: Unmut, Erschöpfung und im schlimmsten Fall weitere Fehlzeiten.

Gute Führung heißt, solche Dynamiken früh zu erkennen und offen anzusprechen:

„Ich weiß, dass die Situation herausfordernd ist. Wir versuchen, die Aufgaben fair zu verteilen.“

Setzen Sie klare Prioritäten, planen Sie vorausschauend und zeigen Sie echte Wertschätzung für Mitarbeitende, die kurzfristig einspringen.
Das ist eines der stärksten Bindungsinstrumente.

Eine offene Kultur im Umgang mit Krankheit schaffen

Fehlzeiten werden oft tabuisiert – aus Angst vor Bewertung oder Konsequenzen.
Doch Schweigen verschärft Unsicherheit und fördert Fehlentwicklungen.

Führungskräfte können die Kultur aktiv beeinflussen, indem sie Krankheit und Belastung enttabuisieren und offen ansprechen.

Absentismus und Präsentismus vorbeugen

Absentismus = wiederkehrende Fehlzeiten ohne klare medizinische Notwendigkeit, oft durch Konflikte oder Demotivation.

Präsentismus = krank zur Arbeit kommen aus Pflichtgefühl oder Angst.

Beides entsteht durch fehlende Offenheit – und ist ein Warnsignal für Kultur und Führung.

Führung bedeutet Fürsorge

Regelmäßige Check-ins („Wie geht es Ihnen?“) ohne Anlass.

Feedbackgespräche auch über Belastung, nicht nur über Leistung.

Vorbildverhalten: Wer selbst offen mit Stress und Erholung umgeht, gibt dem Team die Erlaubnis, dasselbe zu tun.

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Mit der Fehlzeitenmanagement-Software der staff-gruppe.de erkennen Sie Trends und Muster frühzeitig – und können Gespräche gezielt vorbereiten, ohne den menschlichen Aspekt aus dem Blick zu verlieren.

Fazit

Menschlich führen – und Verantwortung übernehmen

Fehlzeiten sind nie nur ein HR-Thema.
Sie sind ein Indikator für Führung, Teamklima und Organisationsgesundheit.

Führungskräfte, die empathisch nachfragen, Fehlzeiten klar ansprechen und Belastung ernst nehmen, stärken Vertrauen, Zusammenarbeit und Gesundheit.
Sie übernehmen Verantwortung für Menschen – nicht nur für Kennzahlen.

Eine Kultur der Offenheit und Fürsorge senkt Fehlzeiten nachhaltig.
Und sie schafft ein Arbeitsumfeld, in dem Mitarbeitende gerne bleiben.

Ralf Stahlberg

Dr. Ralf Stahlberg

Geschäftsführender Gesellschafter

Dr. Ralf Stahlberg ist Geschäftsführer der Staff GmbH und bringt über 30 Jahre Führungs- und Praxiserfahrung aus Industrie und Management mit – davon rund 15 Jahre als Werkleiter in einem international produzierenden Unternehmen. Seine berufliche Laufbahn führte ihn in zahlreiche Länder und in den direkten Austausch mit Personalverantwortlichen weltweit.
Dadurch verfügt er über ein tiefes Verständnis für internationale Unternehmenskulturen, Organisationsstrukturen und unterschiedliche Herangehensweisen an Fehlzeiten- und Gesundheitsmanagement.
Er vereint operative Erfahrung mit fundiertem Wissen aus Gesundheitsmanagement, Produktionsstrukturen, Qualitätswesen, Arbeitssicherheit, Arbeitsorganisation, Ideenmanagement und kontinuierlichen Verbesserungsprozessen. Seine Promotion zum Thema krankheitsbedingte Abwesenheiten aus Sicht des Managements war der Ausgangspunkt einer bis heute andauernden Auseinandersetzung mit gesunder Führung, nachhaltiger Organisationsentwicklung und der Frage, wie Unternehmen ihre Fehlzeiten nachhaltig reduzieren können.
Heute berät er Unternehmen bei der Analyse, Bewertung und Optimierung ihrer Krankenstände – praxisnah, datenbasiert und mit Blick auf wirtschaftliche Wirksamkeit. Mit seiner Softwarelösung staffview verbindet er operative Erfahrung mit digitaler Intelligenz, um Führungskräften schnelle und fundierte Entscheidungen im Fehlzeitenmanagement zu ermöglichen.
Als Speaker – unter anderem auf der Zukunft Personal – und als Dozent an einer Hochschule vermittelt er, wie Führung, Organisation und Gesundheit ineinandergreifen, um Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit zu sichern. Auf LinkedIn teilt er regelmäßig Einblicke in die Herausforderungen und Chancen moderner Personalarbeit.
Sein Ziel: Wettbewerbsfähigkeit sichern, Mitarbeiterzufriedenheit fördern und Führungskultur nachhaltig stärken.

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