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Wie spreche ich Fehlzeiten im Mitarbeitergespräch an?

Eine gezielte Analyse des Krankenstands ist der Schlüssel, um Ursachen zu erkennen und wirksame Maßnahmen ableiten zu können. Dabei reicht es nicht, nur die Gesamtquote zu betrachten.

Fehlzeiten ansprechen – ohne Misstrauen zu erzeugen

Fehlzeiten gehören zum Arbeitsalltag. Doch sobald ein Mitarbeiter häufiger fehlt, stehen Führungskräfte vor einer heiklen Aufgabe: Wie spreche ich das an, ohne Druck aufzubauen oder Misstrauen zu erzeugen?

Viele Fehlzeitengespräche verlaufen angespannt – oft, weil sie zu spät geführt werden oder mit Vorwürfen beginnen.
Tatsächlich hilft das Gegenteil: frühe, sachliche und respektvolle Kommunikation, die Ursachen verstehen will, statt sie zu unterstellen.

Ziel ist nicht Kontrolle.
Ziel ist Klarheit, Stabilität und Vertrauen.

Entscheidend ist, verschiedene Kennzahlen, Muster und Einflussfaktoren systematisch auszuwerten – unterstützt durch passende Tools und Softwarelösungen.

Warum das Gespräch so wichtig ist

Die Grundkennzahl, die den Anteil der krankheitsbedingten Fehltage an den Gesamtarbeitstagen angibt.

Häufige oder wiederkehrende Fehlzeiten können viele Ursachen haben: gesundheitliche Themen, Überlastung, familiäre Belastungen, Teamkonflikte oder fehlende Bindung.

Ohne ein Gespräch bleiben diese Gründe im Dunkeln – das Risiko ist groß, dass sich Muster verfestigen.

Ein gut geführtes Gespräch hilft:

  • Ursachen zu verstehen (gesundheitlich, organisatorisch, strukturell)
  • Missverständnisse im Team zu vermeiden
  • Vertrauen und Verlässlichkeit zu stärken
  • rechtzeitig Unterstützung oder Entlastung einzuleiten

Führung bedeutet: nicht warten, bis es eskaliert – sondern ansprechen, solange es lösbar ist.

Vorbereitung: Haltung vor Argumenten

Der wichtigste Faktor ist nicht das Gespräch selbst, sondern die Haltung.

Gehe nicht mit Vorwürfen ins Gespräch – sondern mit echtem Interesse und professioneller Neutralität.

Fragen zur Vorbereitung:

  • Habe ich beobachtbare Fakten, keine Vermutungen?
  • Kenne ich den Fehlzeitenverlauf (z. B. über das Fehlzeitenmanagement-System)?
  • Wie zeige ich, dass mir der Mensch wichtiger ist als die Zahl?
  • Was ist mein Ziel? Verständnis? Entlastung? Struktur?

CTA:

Der Gesprächseinstieg: Wertschätzend und klar

Ein gutes Fehlzeitengespräch beginnt nie mit Druck.

Vermeide Formulierungen wie:
„Sie fehlen zu oft.“
„Das geht so nicht.“

Besser ist ein neutraler, offener Einstieg:

„Mir ist aufgefallen, dass Sie in letzter Zeit häufiger gefehlt haben. Ich möchte verstehen, woran das liegt – und wie wir Sie unterstützen können.“

Diese Formulierung vermittelt:

  • Interesse statt Kontrolle
  • Verantwortung statt Urteil
  • Gesprächsbereitschaft statt Konfrontation

Aktives Zuhören und Ursachen verstehen

Wenn der Mitarbeiter spricht, gilt: zuhören, nicht interpretieren.

Mögliche Ursachenbereiche:

  • gesundheitliche Belastungen (akut oder chronisch)
  • familiäre oder persönliche Herausforderungen
  • organisatorische Probleme oder Überlastung
  • Konflikte im Team
  • fehlende Anerkennung, Unter- oder Überforderung

Fehlzeiten sind selten nur „medizinisch“ – sie sind fast immer ein Organisationssignal.

Lösungen finden – statt Schuld zu suchen

Das Gespräch dient nicht der Bewertung, sondern der Stabilisierung.

Beispielhafte Fragen:

  • „Was würde Ihnen helfen, langfristig stabiler arbeiten zu können?“
  • „Gibt es Aspekte im Arbeitsalltag, die wir verbessern können?“
  • „Wie kann ich Sie unterstützen, damit Sie gesund bleiben?“

Wenn Belastungen bestehen, können BGM-Maßnahmen, strukturelle Anpassungen oder flexible Modelle sinnvoll sein.

Auch hier kann eure Software unterstützen – durch Transparenz über Muster und Entwicklungen.

Typische Fehler im Fehlzeitengespräch

  1. Vorwürfe machen → führt zu Abwehr, Rechtfertigung, Misstrauen
  2. Auf Zahlen fixieren → blendet individuelle Ursachen aus
  3. Unklare Absprachen → führt zu Unsicherheit, Frust und mangelnder Verbindlichkeit

Besser:

  • empathisch starten
  • Ursachen erfragen
  • Unterstützung anbieten
  • Follow-up vereinbaren (z. B. in 4 Wochen)

Nachbereitung und Follow-up

Ein Fehlzeitengespräch endet nicht mit dem Termin.

Plane bewusst ein Follow-up. Das zeigt:

  • Ich nehme dich ernst.
  • Ich begleite den Prozess.
  • Wir lassen das Thema nicht „verpuffen“.

Folgegespräche schaffen Verbindlichkeit und Vertrauen.

Zusammenhang zu Unternehmenskultur & Vertrauen

Der Umgang mit Fehlzeiten ist ein direkter Spiegel der Kultur:

  • Wird offen über Belastung gesprochen?
  • Dürfen Mitarbeitende ehrlich sein, ohne Nachteile zu fürchten?
  • Zeigt die Führung echtes Interesse am Menschen – nicht nur am Output?

Unternehmen, die Fehlzeitengespräche professionell und wertschätzend führen, reduzieren langfristig Fehlzeiten durch Kultur und Loyalität nicht durch Druck.

Absentismus und psychische Belastung erkennen

Manchmal ist das Thema nicht das „Fehlen“, sondern die innere Distanz – eine Form des Absentismus.

Typische Signale:

  • wiederkehrende Kurzzeiterkrankungen
  • sinkende Motivation oder Engagement
  • Rückzug aus Teamprozessen
  • emotionale Erschöpfung

Hier gilt:

Nicht Kontrolle, sondern Verständnis ist die Lösung.
Führungskräfte, die solche Muster früh erkennen, können mit Gesprächen, Anerkennung, Arbeitsorganisation und Entlastung gegensteuern.

Fazit: Fehlzeiten ansprechen heißt Beziehung gestalten

Gesamtüberblick über Entwicklungen und Auffälligkeiten im Zeitverlauf.

Ein Fehlzeitengespräch ist keine Disziplinarmaßnahme – es ist ein Führungsinstrument.

Es schafft Klarheit.
Es schafft Vertrauen.
Es schafft Lösungsmöglichkeiten, bevor Probleme eskalieren.

Wer respektvoll und klar über Fehlzeiten spricht, stärkt die Beziehung –
und genau das ist die Grundlage einer gesunden Unternehmenskultur.

Fazit

Fehlzeiten ansprechen heißt Beziehung gestalten

Ein Fehlzeitengespräch ist keine Disziplinarmaßnahme – es ist ein Führungsinstrument.

Es schafft Klarheit.
Es schafft Vertrauen.
Es schafft Lösungsmöglichkeiten, bevor Probleme eskalieren.

Wer respektvoll und klar über Fehlzeiten spricht, stärkt die Beziehung –
und genau das ist die Grundlage einer gesunden Unternehmenskultur.

Mit der Fehlzeitenmanagement-Software der staff-gruppe.de erkennen Führungskräfte frühzeitig Auffälligkeiten und bereiten Gespräche faktenbasiert vor – für mehr Klarheit, weniger Missverständnisse und gesündere Teams.

Ralf Stahlberg

Dr. Ralf Stahlberg

Geschäftsführender Gesellschafter

Dr. Ralf Stahlberg ist Geschäftsführer der Staff GmbH und bringt über 30 Jahre Führungs- und Praxiserfahrung aus Industrie und Management mit – davon rund 15 Jahre als Werkleiter in einem international produzierenden Unternehmen. Seine berufliche Laufbahn führte ihn in zahlreiche Länder und in den direkten Austausch mit Personalverantwortlichen weltweit.
Dadurch verfügt er über ein tiefes Verständnis für internationale Unternehmenskulturen, Organisationsstrukturen und unterschiedliche Herangehensweisen an Fehlzeiten- und Gesundheitsmanagement.
Er vereint operative Erfahrung mit fundiertem Wissen aus Gesundheitsmanagement, Produktionsstrukturen, Qualitätswesen, Arbeitssicherheit, Arbeitsorganisation, Ideenmanagement und kontinuierlichen Verbesserungsprozessen. Seine Promotion zum Thema krankheitsbedingte Abwesenheiten aus Sicht des Managements war der Ausgangspunkt einer bis heute andauernden Auseinandersetzung mit gesunder Führung, nachhaltiger Organisationsentwicklung und der Frage, wie Unternehmen ihre Fehlzeiten nachhaltig reduzieren können.
Heute berät er Unternehmen bei der Analyse, Bewertung und Optimierung ihrer Krankenstände – praxisnah, datenbasiert und mit Blick auf wirtschaftliche Wirksamkeit. Mit seiner Softwarelösung staffview verbindet er operative Erfahrung mit digitaler Intelligenz, um Führungskräften schnelle und fundierte Entscheidungen im Fehlzeitenmanagement zu ermöglichen.
Als Speaker – unter anderem auf der Zukunft Personal – und als Dozent an einer Hochschule vermittelt er, wie Führung, Organisation und Gesundheit ineinandergreifen, um Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit zu sichern. Auf LinkedIn teilt er regelmäßig Einblicke in die Herausforderungen und Chancen moderner Personalarbeit.
Sein Ziel: Wettbewerbsfähigkeit sichern, Mitarbeiterzufriedenheit fördern und Führungskultur nachhaltig stärken.

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