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Wie verhindere ich Überlastung durch fehlende Kollegen?

Wenn Fehlzeiten zur Belastungsprobe werden

In jedem Unternehmen gibt es Phasen, in denen Mitarbeitende krankheitsbedingt ausfallen.
Für Teams bedeutet das: mehr Arbeit, mehr Druck – und oft auch mehr Frust.

Führungskräfte stehen dann vor einer doppelten Herausforderung:
Sie müssen die Arbeitsfähigkeit des Teams sichern, ohne die verbleibenden Mitarbeitenden zu überlasten – und gleichzeitig empathisch für die erkrankten Kollegen bleiben.

Dieser Artikel zeigt, wie du als Führungskraft strukturiert, menschlich und nachhaltig mit solchen Situationen umgehst.

Überlastung früh erkennen

Überlastung kommt selten plötzlich. Sie kündigt sich an – man muss die Signale nur wahrnehmen:

  • Häufige Überstunden, Pausenausfälle
  • Gereizte Stimmung, sinkende Teamenergie
  • Zunehmende Fehler oder Rückzug einzelner
  • Häufige Kurzkrankheiten

Frühes Gegensteuern gelingt durch Aufmerksamkeit und regelmäßige Gespräche.

Tipp:
Nutze ein digitales Fehlzeiten- und Anwesenheitsmanagement, um Ausfälle und Zusatzbelastungen transparent sichtbar zu machen.

Aufgaben priorisieren – nicht einfach verteilen

Der häufigste Fehler im Krankheitsfall:
Die Arbeit wird einfach auf die anderen verteilt.

Kurzfristig funktioniert das – langfristig führt es fast sicher zur Überforderung.

Besser:

  • Aufgaben nach Relevanz priorisieren
  • Bewusst entscheiden, was jetzt wichtig ist – und was warten kann
  • Mit dem Team abstimmen, wie die Lage realistisch zu bewältigen ist
  • Unkritische Aufgaben konsequent verschieben

Gute Führung bedeutet nicht, alles zu schaffen –
sondern zu wissen, was gerade zählt.

Transparente Kommunikation – nach innen und außen

Fehlzeiten sind auch eine kommunikative Herausforderung.
Teams müssen verstehen, warum sich die Belastung verändert – ohne dass Schuld, Druck oder Misstrauen entstehen.

So gelingt das:

  • Offene, wertschätzende Team-Ansprache:
    „Wir haben aktuell Engpässe, das betrifft uns alle – und ich möchte darauf achten, dass niemand überlastet wird.“
  • Keine Spekulationen über Krankheitsgründe
  • Kunden ehrlich informieren, wenn Termine sich verschieben können

Transparenz schafft Vertrauen – intern wie extern.

Führung mit Augenmaß: Unterstützen statt antreiben

In Engpasssituationen brauchen Teams Führungskräfte, die entlasten, nicht antreiben.

Das bedeutet:

  • realistische Ziele setzen
  • Belastung individuell besprechen
  • Erfolge sichtbar machen („Ich sehe, was ihr hier gerade leistet.“)
  • Unterstützung anbieten – z. B. flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, Priorisierungshilfe

Achtung:
Dauerstress ist einer der häufigsten Treiber für Absentismus und steigende Fehlzeiten.
Wer heute Druck reduziert, verhindert morgen Ausfälle.

Teamzusammenhalt stärken

Fehlzeiten können Teams belasten – oder zusammenschweißen.
Das hängt von der Führung ab.

Hilfreich sind:

  • Gemeinsame Abstimmungen zur Aufgabenverteilung
  • Anerkennung für Zusatzleistungen
  • „Wir“-Kommunikation statt Einzelappelle

Teams, die sich gegenseitig stützen, kommen besser durch herausfordernde Phasen.
Und: Wer sich gesehen fühlt, bleibt motiviert – auch bei Mehrarbeit.

Grenzen erkennen – und Hilfe holen

  1. Nicht jede Situation lässt sich im Team lösen.
    Bei Langzeiterkrankungen, wiederkehrenden Ausfällen oder hoher psychischer Belastung sollte die Führungskraft frühzeitig Unterstützung einbinden:

    • HR / Personalentwicklung
    • Betriebsrat
    • Externe Unterstützung (z. B. BGM, psychologische Beratung)

    Botschaft an das Team:
    Wir kümmern uns gemeinsam – niemand bleibt allein.

    Das reduziert Druck und stärkt Sicherheit.

Prävention durch gesunde Unternehmenskultur

Langfristig entsteht Stabilität nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch Kultur.

Bausteine einer präventiven, gesunden Kultur:

  • regelmäßige Team-Check-ins
  • offene Feedbackrunden zu Arbeitsbelastung
  • geschulte Führungskräfte im Umgang mit Stress und Fehlzeiten
  • Förderung mentaler Gesundheit durch Programme, Workshops oder flexible Modelle

Technische Unterstützung nutzen

Digitale Tools – wie unsere Software – helfen, Überlastung früh zu erkennen und gezielt gegenzusteuern:

  • Transparente Erfassung von Fehlzeiten
  • Darstellung von Vertretungsbedarf
  • Frühwarnsysteme für hohe Auslastung
  • Datenbasierte Vorbereitung für Team- und Mitarbeitergespräche

Führung wird damit nicht nur menschlich, sondern auch messbar und effizient.

Fazit

Führung heißt Fürsorge

Fehlzeiten sind unvermeidlich – Überlastung ist es nicht.
Gute Führung zeigt sich nicht daran, wie man Leistung steigert,
sondern wie man Menschen schützt, damit sie leistungsfähig bleiben.

Wer Fehlzeiten klug managt, schützt:

  • die Gesundheit der Mitarbeitenden
  • die Stabilität des Teams
  • und die Leistungsfähigkeit des Unternehmens

Führung bedeutet: sehen, zuhören, handeln – bevor Belastung zur Krise wird.

Mit unseren digitalen Tools erkennen Sie Belastungsspitzen frühzeitig, planen Vertretungen effizient und behalten die Teamgesundheit im Blick.

Ralf Stahlberg

Dr. Ralf Stahlberg

Geschäftsführender Gesellschafter

Dr. Ralf Stahlberg ist Geschäftsführer der Staff GmbH und bringt über 30 Jahre Führungs- und Praxiserfahrung aus Industrie und Management mit – davon rund 15 Jahre als Werkleiter in einem international produzierenden Unternehmen. Seine berufliche Laufbahn führte ihn in zahlreiche Länder und in den direkten Austausch mit Personalverantwortlichen weltweit.
Dadurch verfügt er über ein tiefes Verständnis für internationale Unternehmenskulturen, Organisationsstrukturen und unterschiedliche Herangehensweisen an Fehlzeiten- und Gesundheitsmanagement.
Er vereint operative Erfahrung mit fundiertem Wissen aus Gesundheitsmanagement, Produktionsstrukturen, Qualitätswesen, Arbeitssicherheit, Arbeitsorganisation, Ideenmanagement und kontinuierlichen Verbesserungsprozessen. Seine Promotion zum Thema krankheitsbedingte Abwesenheiten aus Sicht des Managements war der Ausgangspunkt einer bis heute andauernden Auseinandersetzung mit gesunder Führung, nachhaltiger Organisationsentwicklung und der Frage, wie Unternehmen ihre Fehlzeiten nachhaltig reduzieren können.
Heute berät er Unternehmen bei der Analyse, Bewertung und Optimierung ihrer Krankenstände – praxisnah, datenbasiert und mit Blick auf wirtschaftliche Wirksamkeit. Mit seiner Softwarelösung staffview verbindet er operative Erfahrung mit digitaler Intelligenz, um Führungskräften schnelle und fundierte Entscheidungen im Fehlzeitenmanagement zu ermöglichen.
Als Speaker – unter anderem auf der Zukunft Personal – und als Dozent an einer Hochschule vermittelt er, wie Führung, Organisation und Gesundheit ineinandergreifen, um Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit zu sichern. Auf LinkedIn teilt er regelmäßig Einblicke in die Herausforderungen und Chancen moderner Personalarbeit.
Sein Ziel: Wettbewerbsfähigkeit sichern, Mitarbeiterzufriedenheit fördern und Führungskultur nachhaltig stärken.

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